Massagen im Sommer – Wärme effizient nutzen!

Gerade in den Sommermonaten fällt mir auf, dass meine Praxis weniger besucht wird. Und ich frage mich ehrlich: Warum eigentlich?
Ich selbst gehe regelmässig zur Massage und stelle immer wieder fest, dass Behandlungen im Sommer oft noch nachhaltiger wirken. Die Muskulatur reagiert anders, der Körper lässt leichter los und vieles fühlt sich freier und beweglicher an.

Wärme – Sonnenlicht für die Muskulatur

Stell dir deine Muskulatur als Butter vor. Nimmst du sie aus dem Kühlschrank und versuchst mit dem Messer etwas davon abzuschneiden, stellst du fest, dass die Butter hart ist.

So verhält es sich mit unserer Muskulatur in den kalten Jahreszeiten. Sie ist hart, starr und viel anfälliger auf Verletzungen.

Lässt du die Butter an der Sonne stehen wird sie weich und dein Messer gleitet förmlich durch sie hindurch. Und nun stell dir vor, das ist nicht ein Messer, das die Butter schneidet, sondern meine Hand, die deinen Muskel drückt.

Die Wärme macht unsere Muskulatur, weich, warm und geschmeidig. Es ist aber auch diese Wärme, die uns das Gefühl gibt, dass Schmerzen weniger werden und sich unser Körper leicht und lebendig anfühlt. Auch das ist richtig.

Aber: Nur weil du keine Schmerzen spürst, heisst das nicht, dass keine Muskelverspannungen, keine Verklebungen im Bindegewebe oder keine Fehlhaltungen da sind.

Merke dir:

  • Die Wärme ist wie ein Schleier, der alle Schmerzen verdeckt und sie dämpft!

  • Der Körper ist im Sommer viel entspannter und somit auch schneller bereit für eine wirksame Massage.

Die Verspannung macht keine Sommerpause

Ich stelle immer wieder fest, dass Menschen im Frühling noch bei mir in Behandlung sind und dann, wenn der Sommer kommt, haben alle plötzlich keine Zeit mehr für Massagen und für die Prävention ihres eigenen Körpers.
Warum auch? „Ich bewege mich ja jeden Tag.“ „Ich habe mich schon lange nicht mehr so gut gefühlt?“ „Jetzt geht es mir besser, denn die Schmerzen sind jetzt weg!“
Das sind einige der Sätze, die ich in meiner Praxis höre und dann kommt der Sommer.
Im Herbst, kommen die gleichen Kunden zu mir in die Praxis, ich beginne zu massieren und höre in den meisten Fällen diesen einen Satz: „Ich hätte schon lange einen Termin bei dir buchen sollen…“
Was ist hier passiert? Der Kunde oder die Kundin arbeitet mit mir daran einen Schmerz, der sich in den kalten Jahreszeiten bemerkbar gemacht hat zu lösen. Hinter diesem Schmerz steckt eine verspannte Muskulatur, die aus verschiedenen Gründen diese Spannung aufgebaut hat. Wenn im Frühling die Temperaturen wärmer werden, dämpft die Wärme den Schmerz und der Kunde oder die Kundin glaubt, dass das Problem, das den Schmerz verursacht hat, jetzt gelöst ist.
Viele Kunden vernachlässigen also oft die Massage im Sommer und erkennen im Herbst, wenn die Umgebungstemperatur sinkt, dass eine Verspannung da ist. Meist an genau den Stellen, wo wir im Frühling noch gearbeitet haben. Die Verspannung ist über den Sommer nicht verschwunden. Meistens geschieht das Gegenteil.

Gründe, warum wir im Sommer mehr Muskelverspannungen aufbauen:

Oft sind es nicht die grossen Belastungen, sondern kleine Veränderungen im Alltag, die unsere Muskulatur zusätzlich fordern. Hier einige typische Gründe, weshalb sich im Sommer Verspannungen aufbauen oder bestehende Spannungen verstärken können.

Wir bewegen uns in den kalten Jahreszeiten wenig und sobald es wärmer wird, übermässig viel. Wir gehen Wandern, Schwimmen, machen mehr Sport oder in der Landwirtschaft; Wir bringen die Ernte ein. Das heisst mehr Bewegungen, die wir sonst nicht oder vermindert machen. Das hat zur Folge, dass die Muskulatur schneller überreizt, verspannt und überfordert, was zu Verspannungen und Verkrampfungen und zu grösseren Verletzungsgefahren führt.

Gerade das wird oft unterschätzt. Flipflops und Sandalen sind wohl schön und gut aber was, wenn ich Schwitze und im Schuh herumrutsche? Der Schuh spielt immer eine grosse Rolle dafür, wie ich Stehe, gehe und welche Haltung ich annehme. Gerade wenn wir uns mit unseren Füssen und Zehen in unseren Schuhen „festkrallen“ müssen bilden wir grosse Spannungen in der Fusssohle, den Waden, dem Gesäss und schliesslich auch im Rücken und Nacken auf.
Das kann zu Fehl und Korrekturhaltungen kommen, weil eine Haltung, die vorher „normal“ war, jetzt unangenehm wird.

Durch die wärmeren Temperaturen und die Zunahme von körperlichen Aktivitäten schwitzen wir mehr. Dadurch verliert unser Körper Mineralstoffe, was zu Muskelverspannung und Muskelkrämpfen führen kann. Warum ist das so?
Die Mineralstoffe bilde die Nahrung unserer Zellen. Auch diese Brauchen Wasser, Sauerstoff und etwas zum Essen, damit sie Arbeiten und Leben können.
Fehlt, durch den Mangel an Mineralstoffen nun das Essen, kann eine Zelle sich nicht richtig Regenerieren, kann nicht richtig Arbeiten und nicht genügend Energie bereitstellen. Die Folge. Du fühlst dich schlapp, müde und ausgelaugt.

Warum also im Sommer massieren?

Der Sommer ist die beste Zeit zum Massieren, weil die Wärme dir folgende Vorteile bringt:

  • Der Muskel ist bereits „warm“ und ich kann als Masseurin schneller in der Tiefe arbeiten.
  • Dies ergibt in der gleichen Behandlungszeit, einen grösseren Erfolg und mehr nutzen.
  • Die Wärme unterstützt den Heilungsprozess
  • Massagen wirken nachhaltiger. Durch die Wärme wird die Durchblutung begünstigt was eine Behandlung und deren Wirkung vertieft.
  • Deine Muskulatur reagiert schneller auf Behandlungen.
  • Durch die „warme“ Muskulatur wird die Behandlung für dich noch angenehmer und eine Tiefe Entspannung kann sich einstellen.

„Man geht im Sommer zur Massage, nicht trotz der Schmerzen, sondern genau deswegen!“

Was möchtest du für deinen Körper tun?

Denk nochmal zurück an die Butter. Ist es nicht viel einfacher diese zu streichen und mit dem Messer auf dem Brot zu verteilen, wenn sie weich und geschmeidig ist?

Nun die Frage an dich:
Wie möchtest du deinen Körper gerne fühlen? Starr, hart und unbeweglich wie die Butter aus dem Kühlschrank oder weich, beweglich und geschmeidig, wie die weiche Butter, die du auf dein Brot schmierst?

Der Sommer ist die Beste Zeit präventiv zu Arbeiten und für deine körperliche Gesundheit vorzusorgen.

Wenn jemand in meine Praxis kommt wegen der Schmerzen, arbeiten wir gegen akute Symptome.

Wenn jemand regelmässig kommt, gerade im Sommer, dann arbeiten wir an der Haltung, den Bewegungsmustern und an der tieferliegenden Spannung.

Wenn du merkst, dass Verspannungen, Nackenbeschwerden oder Rückenschmerzen immer wiederkehren, kann es sinnvoll sein, frühzeitig etwas für deinen Körper zu tun – auch dann, wenn die Beschwerden im Sommer weniger stark spürbar sind.

Ein paar Gedanken für dich

Viele Menschen nutzen Massagen erst dann, wenn gar nichts mehr geht. Das ist, als würdest du dein Auto erst in die Werkstatt bringen, wenn es bereits liegen geblieben ist. Du wartest, bis dein Körper dich ausbremst, dir Warnsignale sendet und dich zwingt stehen zu bleiben. Genau das ist oft der Moment, in dem Schmerzen, Erschöpfung und Frust plötzlich nicht mehr ignoriert werden können. Doch dein Körper spricht meist schon lange vorher mit dir. Durch Verspannungen, durch Müdigkeit, durch innere Unruhe oder das Gefühl, ständig „funktionieren“ zu müssen.

Eine Massage hilft dir nicht nur Schmerzen zu lindern, sie kann auch dabei helfen, wieder früher hinzuhören, bevor dein Körper laut werden muss.

Sonja Dürr

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Wer schreibt hier?

Ich bin Sonja Dürr – Berufsmasseurin, Autorin, Sängerin und Musikerin. In meinen Geschichten teile ich Gedanken, Erfahrungen und Beobachtungen aus meinem Alltag und meiner Arbeit mit Menschen.

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